Urlaub für einen Tag

Erik, mit dem ich in Kabul zusammengearbeitet habe, reist überraschend von Prag kommend durch die Sächsische Schweiz. Soraya, seine Frau, eine bekannte Journalistin, die in der „Goldenen Stadt“ ein Seminar über Kriegsberichterstattung für Studenten gehalten hat, will ihren Geburtstag im Elbsandsteingebirge feiern. 

Keine Frage, dass wir uns treffen. Das letzte Mal haben wir uns in einem staubigen Container in Kabul bei meiner Verabschiedung gesehen. David und Ich führen die beiden am Sonntagnachmittag auf den Winterstein, das „Hintere Raubschloss“.

Da Soraya und Erik erst gegen drei mit dem Zug von Prag ankommen, nutzen David und ich die Zeit bis dahin für eine Pilzerkundung. Doch Fehlanzeige: außer ein paar „Hexeneiern“, den „Stinkmorcheln“ im jungen Stadium, finden wir lediglich wenige, äußerst madige Rotfußröhrlinge. Es dauert wohl noch einige Tage, bis die ersten großen Röhrlinge sich blicken lassen. Die essbaren Beeren sind auch fast durch. Blau- und Himbeeren hatten ihre große Zeit vor etwa zwei bis drei Wochen, jetzt reifen die Brombeeren.

Nichtsdestoweniger merken wir wieder einmal, dass auch solche kleinen Ausflüge, „Urlaub“ für einen Tag bedeuten und hervorragend geeignet sind, um den Alltagssorgen zu entfliehen. Wir genießen die gemeinsam verbrachten Stunden auch ohne große Pilzfunde.

Soraya und Erik sind indes hellauf begeistert von der Tour auf den Winterstein. Das Elbsandsteingebirge war den beiden US-Amerikanern bisher unbekannt. Wir beenden die Wanderung selbstverständlich zünftig bei Stefan in der legendären Buschmühle.

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