Unsere Helden

 

Das ist eine seltsame Mischung aus Glück und Melancholie: Da sitzen unsere jüngeren Ebenbilder, halten auf Stecken gespießte Grillwürstchen ins Feuer, verbrennen sie, stochern in der Glut herum, starren andächtig in die Flammen. Keine Geste ist neu, keinen Blödsinn, den sie sich ausdenken, haben wir uns nicht auch schon ausgedacht; manchmal stelle ich mir vor, sie denken die gleichen seltsamen und wunderbaren Gedanken, die wir schon damals dachten und heute fast vergessen haben. 

Ein Wochenende lang kriechen wir durch das Unterholz in der Sächsischen Schweiz, lernen essbare von giftigen Pilzen unterscheiden, sammeln einen ganzen Korb mit Maronen, Hexenröhrlingen und Steinpilzen voll, klettern auf Felsen und bereiten uns auf die großen Abenteuer vor, die mit atemberaubender Geschwindigkeit auf uns zu rauschen und im nächsten Augenblick nur mehr Erinnerungen sind.

Unsere Reise endet dort, wo sie in den letzten Jahren so oft endete: Am Lagerfeuer im Garten zweier lieber Menschen. Der Hausherr, der diesen Garten schon als Kind durchstreifte, hat, um den Zauber dieses Gartens wissend, seine Türen immer offen gehalten, damit die jüngeren Versionen unserer selbst uns heute wieder das Staunen lehren.

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