Helle Eggen

Ein Messer hat es nicht leicht. Es soll möglichst robust, dabei aber auch schön und elegant, äußerst vielseitig in vielen Anwendungsgebieten und handwerklich perfekt gearbeitet sein. Machen wir uns nichts vor – es wird schwer all das zu erfüllen. Hier schauen wir uns das „Eggen“ der Firma Helle einmal genauer an:

Helle Eggen

Die Firma Helle, welche das traumhafte Stück Messermacherkunst herstellt, begann die Produktion ihrer Messer im Jahre 1932 in einem kleinen Ort im Westen Norwegens inmitten zwischen hohen Bergen und Fjorden. Die Brüder Steinar und Sigmund Helle wurden damals schnell regional bekannt für ihre Messer, so dass sie sich entschieden, neue Märkte zu erschließen. Steinar fuhr dafür mit einem Rucksack voller Messer über das Gebirge nach Oslo – auf einem Fahrrad!

Heute verkauft die Firma ihre Messer weltweit. An der Produktion hat sich dennoch wenig geändert. Noch immer werden die meisten Arbeitsschritte in Handarbeit erledigt.

Mein Eggen wurde mir durch einen lieben Freund geschenkt. Ich weiß gar nicht wie viele unzählige Male ich es mit bewundernden Blicken angeschaut habe. Dieser Holzgriff aus nordischer Maserbirke, gewachsen in so harten Bedingungen, dass es wie Wurzelholz anmutet. Der Messerstahl – so perfekt in den Griff eingearbeitet und die Niete am Ende des Griffes, die dem Aussehen das gewisse Etwas verleihen. Traumhaft!

Helle Eggen

Verantwortlich für das Design des Eggen ist Gunnar Lothe, welcher es im Jahre 1998 entworfen hat. Das Messer ist bei einer Klingenlänge von 10 cm insgesamt 21 cm lang und 120 g leicht.

Helle hat sich für einen dreifach laminierten Stahl als Klingenstahl entschieden. Die beiden äußeren Lagen aus rostfreiem Edelstahl schützen die Schneidlage und sorgen für genügend Stabilität und Elastizität. Die Schneidlage hat sich als sehr schnitthaltig erwiesen, häufiges nachschleifen ist also bei normaler Beanspruchung nicht nötig.

Im Gegensatz zu dem hier vorgestellten Fjällkniven F1, wurde die Klinge des Eggen mit dem beliebten und verbreiteten Scandi-Schliff versehen (bei einem Scandi-Schliff besitzt die Klinge im oberen Bereich ihre volle Breite und verjüngt sich erst ab ungefähr der Hälfte bis zur Schneidkante). Dadurch kann die Klinge relativ unproblematisch nachgeschliffen werden und besitzt sehr gute Schneideigenschaften. Die Bearbeitung von z. B. Holz kann so sehr präzise erfolgen.

Mir ist aber auch aufgefallen, dass das Messer mit seinem Scandi-Schliff – im Gegensatz zum balligen Schliff des Fjällkniven – eine höhere Spaltwirkung hat. Wer einmal hartes Gemüse wie rohe Kartoffeln oder Kohlrabi damit geschnitten hat, wird wissen was ich meine. Dünne Scheiben brechen dann eher ab, als dass sie geschnitten werden.

Der Griff des Eggen wurde aus einem Stück nordischer Maserbirke gefertigt. Durch die verschieden Maserungen jedes einzelnen Griffes, ist jedes Eggen quasi ein Unikat. Man wird kein gleich aussehendes finden.

Der Griff liegt sehr gut in der Hand. Ein Fingerschutz sorgt für festen Griff und schützt vor Verletzungen. Ein Griff aus Naturmaterialien muss natürlich mehr gepflegt werden als einer aus Plastik. Für Hin und Wieder ein wenig Öl auf das Holz wird euch das Messer dankbar sein.

Leider hat es Helle versäumt, eine Hülse in das Griffende einzuarbeiten um daran z. B. eine Fangschnur befestigen zu können. Bei Arbeiten am Wasser heißt es also aufpassen!

Die Klinge ist über einen durchgehenden Spitzerl mit dem Griff verbunden, das heißt dass die „Verlängerung“ der Klinge, die durch den Griff geht, nur einen Bruchteil der Stärke der Klinge aufweist (ähnlich einem großen Nagel). Das spart Material und Gewicht, verringert aber auch die Stabilität. Für leichte Hackarbeiten oder sogar für das Spalten von Holz (sogenanntes „Batoning“) ist das Helle Eggen, wie ich leider selber feststellen musste,  daher eher nicht geeignet. Mir ist dabei die Klinge direkt am Griff abgebrochen. Das kann man aber nicht dem Messer anlasten, es war allein meine Schuld. Tobi hat mir aber versprochen aus den Überresten etwas nettes zu basteln. Wir dürfen gespannt sein.

Geliefert wird es in einer sehr schön gearbeiteten Lederscheide. In der sitzt es sicher und fest und man kann es so am Gürtel befestigen.

Das Eggen ist zu recht Helles beliebtestes Allround-Messer. Wer es nicht übermäßig beansprucht oder es ausschließlich als „Kochmesser“ verwenden möchte, wird seine Freude damit haben – erst recht bei dem Preis. Messerliebhaber werden es schon wegen seinem Aussehen und wegen des einzigartigen Griffs in ihre Sammlung aufnehmen.

Helle Eggen

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