Bushbox und Bushbox XL

Vor einigen Wochen stießen wir auf die „Bushbox“, einen Hobokocher des deutschen Herstellers „bushcraft essentials“, der in den einschlägigen Foren für das Leben im Freien immer öfter Beachtung findet.

Bushbox Ostsee
Bushbox XL

Die Funktionsweise der „Bushbox“ ist denkbar einfach und basiert auf dem Kamineffekt. Durch die Verbrennung von Naturmaterialien wie etwa Holz, Rinde und Tierdung entstehen recht hohe Temperaturen zum Kochen. Esbit-Tabletten oder der Trangia-Brenner können ebenfalls verwendet werden. Da der Kocher in der Standardversion aus Edelstahl gefertigt ist, bleibt er auch bei höheren Temperaturen in Form und verspricht eine relativ lange Lebensdauer. Die „Bushbox“ kann entweder zusammengesteckt (kleinere Version) oder aufgeklappt („Bushbox XL“) werden. Durch die Zerlegbarkeit nach der Benutzung ist sie platzsparend zu verstauen. Die kleinere Version des Kochers ist zudem relativ leicht. Diese und deren große Schwester, die „Bushbox XL“, haben wir auf mehreren Touren getestet. Die Standardversion hat nun einen festen Platz in unserer Ausrüstung, die „Bushbox XL“ jedoch ist in unseren Augen überflüssig. 

Zu unserer Ausrüstung gehören verschiedene Kocher. Neben einem Primus Omnifuel besitzen wir ein Trangia-Kocher-Set (Non-Stick), zwei einfache Gaskocher von Primus und Coleman sowie, bedingt durch die viele Jahre währende Liaison mit dem Militär, einige Esbit-Kocher wie sie, leicht variiert, in den Streitkräften verschiedener Nato-Staaten im Gebrauch sind.

Wir haben alle Kocher ausgiebig genutzt – einmal meint man, dieser sei der Weisheit letzter Schluss, ein andermal ist es wieder jener. Der Omnifuel von Primus etwa erhitzt jedwedes Kochgut sehr schnell, ist aber höllisch laut; es entsteht der Eindruck des Kochens neben der Landebahn eines Flughafens. Wenn man sich beim Kochen auf der Bergwiese über dem Traum-Fjord anschreien muss, zerstört das irgendwie die Stimmung.

Bushbox XL anheizen
Bushbox gekoppelt

Der Brenner des Trangia-Kochers wiederum ist ebenfalls sehr effektiv und im aufgebauten Set zudem gut gegen Wind geschützt – jedoch rußt er. Man kann das Rußen verringern, indem man dem Brennspiritus ein klein wenig Wasser beimengt (etwa zehn Prozent erfahrungsgemäß). Im Winter jedoch geht das schlecht, weil der Spiritus sich dann kaum mehr entzünden lässt.

Die einfachen Gaskocher indessen sind schnell in Betrieb genommen – bei starkem Wind kommt ohne Windschutz jedoch kaum Hitze an Topf oder Pfanne an. Fällt die Temperatur unter null Grad, dann frieren die Düsen der Kocher oft ein, weil der Druckabfall der Gaskartusche zusätzlich für Kühlung sorgt.

Auf Esbitkochern wiederum lassen sich nur sehr zeitaufwendig größere Mengen Kochgut erhitzen. Kurz und bündig: Wie bei so vielen Ausrüstungsgegenständen ist es die Situation, auf die es ankommt und sind es eben nicht die persönlichen Präferenzen, die entscheiden.

Die „Bushbox“ in der Standardversion indes überzeugt durchweg. Zunächst ist sie relativ leicht (266 Gramm inklusive des Transportsäckchens aus Baumwolle). Mit einer Stärke von etwa einem halben Zentimeter im zerlegten Zustand und Maßen von zehn mal zehn Zentimetern in Höhe und Breite ist sie gut zu verstauen und passt in jede Beintasche. Was uns vor allem überzeugt, ist die große Vielseitigkeit des Kochers. Zum einen lassen sich kleine Holzstücke, Zweige und Rinde verbrennen. Wenn einmal eine gewisse Menge Glut vorhanden ist, brennen sogar leicht feuchte Materialien gut. Andererseits ist der Kocher auch ausgezeichnet mit dem Trangia-Brenner oder Esbit-Tabletten zu betreiben. Die „Bushbox“ in der Standardausführung lässt sich zudem mittels einer speziellen Platte mit einem weiteren Kocher dieser Art verbinden. Auf diese Weise entsteht ein länglicher Kocher mit größerem Brennraum, in den nun auch längere Zweige zur Verbrennung eingebracht werden können.

Bushbox Trangia
Bushbox Trangia

Unser Fazit: Manche Ausrüstungsgegenstände hat man eben, braucht sie jedoch selten. Andere Gegenstände wiederum gehören zum engen Kreis der ständig gebrauchten Lieblingsdinge auf Reisen. Die „Bushbox“ gehört in diese letztere Kategorie. Hier stimmt einfach alles: Gewicht, Größe, Vielseitigkeit – in der Standardausführung hat der Kocher das Zeug zum Kultgegenstand.

Ein kleines nerviges Detail hat der Hersteller inzwischen offenbar nachgebessert: Die ersten Bushbox-Kocher wurden mit einem Transportsäckchen aus Baumwolle ausgeliefert, das ein wenig eng „gestrickt“ war. Die Kocherteile verhakten sich beim Auspacken ständig. Mittlerweile scheint das Problem jedoch behoben und die Bushbox wird mit einer breiteren Packhülle verkauft. Wir haben uns damals selbst geholfen und einfach eigene Säckchen aus den Resten einer Zeltbahn genäht.

Die „Bushbox XL“ wiederum musste – für uns zumindest – nicht gebaut werden. Wir haben sie gekauft, auf einigen Touren getestet und wieder verkauft. Uns ist sie zu schwer (800 Gramm) und zu groß (1x12x19 cm). Dabei kann sie gar nicht viel mehr als ihre kleinere Schwester. Gut, es geht mehr Holz rein, sie zieht ein wenig besser, erhitzt das Kochgut dementsprechend ein wenig schneller und sie ist bereits „montiert“, das heißt, die einzelnen Teile des Kochers sind über Ringscharniere miteinander verbunden, die Box muss so lediglich aufgeklappt werden. Diese geringen Vorteile rechtfertigen jedoch in unseren Augen nicht ihr Gewicht und den Platz, den sie in unseren Rucksäcken einnimmt.

Unser Fazit: Wir brauchen die „Bushbox XL“ schlicht und ergreifend nicht. Alles was sie kann, kann ihre kleine „Schwester“ grundsätzlich auch.

Bushbox zerlegt

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